Körper Sehen
Eine Veranstaltung der Filmreihe Köln

Die Filmreihe von Studierenden des Kunsthistorischen Instituts Köln beleuchtet performative Kunst aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Es werden Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern gezeigt, die sich vor allem auf den Umgang mit dem Körper und verschiedene Formen der Selbstinszenierung und Selbstreflexion konzentrieren. Die Arbeiten sind teilweise dokumentarisch, teilweise stellen sie die eigentliche Arbeit dar. Es soll untersucht werden, warum Künstler und Künstlerinnen des 20. und 21. Jahrhunderts die Medien Video und Performance verstärkt einsetzen, um mediale Transformationen im Raum herbeizuführen und ihre Körperlichkeit zu untersuchen.

An vier Abenden werden die Bereiche Performance und Kritischer Feminismus, Tanz-Performances und Film, Performance und Aktionskunst in Osteuropa in den 1970er und 1980er Jahren und Körperlichkeit unter dem Einfluss neuer Medien und Technologien thematisiert. Die Beobachtung von Geschlecht, Identität und körperlichen Grenzen im Kontext der gesellschaftlichen Situation steht bei den Beiträgen zu Kritischer Feminismus im Vordergrund. An dem Abend zum Thema Performance und Aktionskunst in Osteuropa in den 1970er und 1980er Jahren stehen ebenfalls die Auslotung körperlicher Grenzen sowie die Frage nach der Stellung des Künstlers in der Gesellschaft im Zentrum. Der Einsatz des Körpers diente oftmals dazu, subversiv Kritik zu äußern und Manipulation und Gewalt in totalitären Gesellschaften offen zu legen. Die filmischen und performativen Arbeiten zu Körperlichkeit unter dem Einfluss neuer Medien und Technologien beschäftigen sich vorrangig mit dem Verschwimmen, der Auflösung oder Neufindung körperlicher Grenzen und geschlechtlicher Zuordnung im Zusammenhang mit einer globalen und hochentwickelten Gesellschaft. Am Abend Mov(i)e – Tanz-Performances und Film werden speziell für die Kamera realisierte Choreographien vorgestellt. Die thematisch diversen Arbeiten geben einen Einblick in die verschiedenen Formen und Anliegen, die mit Tanz im Film ausgedrückt werden.

Kritischer Feminismus

Mo 9. Juni, 19.30h / Filmclub 813

Der Abend ist dem Thema „Performance und Kritischer Feminismus“ gewidmet. Dabei werden Werke der Künstlerinnen VALIE EXPORT, Hannah Wilke und Ana Mendieta vorgestellt. Vor der Vorführung der oben angefügten Werke, wird es einen Vortrag zu selbigem Thema geben, der aufzeigen soll, inwieweit die Performances der drei Künstlerinnen sowohl die Stereotypien der Gesellschaft der 1960er, aber auch die frühen Positionen der anfangenden Feminismusbewegung hinterfragten.

Tapp- und Tastfilm, Valie Export, 1968, 2:33 Min.

Mann & Frau & Animal, Valie Export, 1973, 13 Min.

I turn over the pictures of my voice in my head, Valie Export, 2008, 11:30 Min.

Through the large glass, Hannah Wilke, 1976, 8 Min.

Hello Boys, Hannah Wilke, 1976, 8 Min.

Untitled (Creek #2), Ana Mendieta, 1974, 3:30 Min.

Untitled (Bloood Sign #2/Body Tracks), Ana Mendieta, 1974, 1:20 Min.

Glauben Sie nicht, dass ich eine Amazone bin, Ulrike Rosenbach, 1975, 15 Min.

Performance und Aktionskunst in Osteuropa in den 1970er und 1980er Jahren

Mi 16. Juni, 19.30h / Filmclub 813

In den präsentierten Filmen, künstlerische Positionen aus Ostmittel- und Südosteuropa aus den 1970er und 1980er Jahren, geht es um die Auslotung sowohl körperlicher als auch medialer Grenzen. Die Erforschung des Körpers wirft Fragen nach der eigenen Identität und nach der Stellung des Künstlers sowie der Rolle der Kunst in totalitären Gesellschaften auf.

O palcach (About Fingers), Józef Robakowski, 1982, 5 Min.

Ide (I’m going), Józef Robakowski, 1973, 3 Min.

Sztuka Konsumpcyjna (Consumer Art), Natalia LL, 1972, 16 Min.

Impresje (Impressions), Natalia LL, 1973, 4 Min.

Zmiana. Mój problem jest problemem kobiety (Change. My Problem is a Problem of a Woman), Ewa Partum, 1979, 7 Min.

Samoidentyfikacja (Self-identification), Ewa Partum, 1980

Film by Ewa. Kino tautologiczne (Tautological Cinema), Ewa Partum, 1973–1974, 4 Min.

N.P. 77, Neša Paripović, 1977, 25 Min.

Was ist Kunst, Marinela Koželj?, Raša Todosijević, 1978, 16 Min.

Herz Horn Haut Schrein, Autoperforationsartisten, 1987, 14 Min.

Körperlichkeit unter dem Einfluss neuer Medien und Technologien

Mi 23. Juni, 19h / Filmclub 813

An diesem Abend werden filmische und performative Inszenierungen von Körpern in virtuellen und unwirklichen Räumen in den Blick genommen. Dabei geht es nicht nur um hybride Wesen und Cyborgs, sondern vor allem um die Auseinandersetzung mit Subjektivität und Körperlichkeit in einer durch Internet, Neue Medien und Technologien geprägten Gesellschaft. Dies führt bis hin zu zeitgenössischen Beiträgen, bei denen Subjektivität und Körperlichkeit zu zerfließen und sich aufzulösen scheinen.

Aquacom, Victorine Müller, 2005, 4 Min.

Blue Moon, Bjørn Melhus, 1997–1998, 4 Min.

No Sunshine, Bjørn Melhus, 1997, 5:30 Min.

Teknolust (mit Tilda Swinton), Lynn Hershman, 2002, 79 Min.

MOV(I)E – Tanzperformances und Film

Mo 30. Juni, 19.30h / Filmclub 813

Dieser Abend widmet sich einer bestimmten Form der Performance: dem Tanz. Tanz und Film, welche ihre prinzipielle Beschäftigung mit Bewegung und Raum verbindet, haben Anlass zu zahlreichen Künstlerkooperationen verschiedener Gattungen geführt, und somit zu einem kreativen und grenzüberschreitenden Austausch beigetragen. Angefangen mit selbstreflexiven Aufnahmen, die den Körper und das filmische Format erkunden, über Arbeiten, die Tanz und Film eher als Mittel begreifen, anhand dessen weitere theoretische Überlegungen entfaltet werden können, bis zu der Entwicklung des neuen Genres des Videotanzes werden die diversen Möglichkeiten vorgeführt, in bewegten Bildern sich bewegende Körper festzuhalten.

Annabelle Dances and Dances, 1894–1897, 1 Min.

Hand Movie, Yvonne Rainer, 1966, 6:17 Min.

Breakaway, Bruce Conner, 1966, 5 Min.

Accumulation with Talking plus Watermotor, Trisha Brown, 1979, 11:42 Min.

Le p'tit bal perdu, Pascale Houbin/Philippe Deouflé/Annie Lacour, 1993, 4 Min.

Untitled (Agon), Elad Lassry, 2007, 13:27 Min.

Flying Lesson, Rosane Chamecki/Phil Harder/Andrea Lerner, 2007/2008, 4 Min.

The Geometry of Separation, Mareike Engelhardt, 2009, 14 Min.

Mass Ornament, Natalie Bookchin, 2009, 7 Min.